Die rebellische Hexe

Das neue Stück von Hans König für die Saison 2022 der Domfestspiele Verden

Im Januar 1616 wird die 15jährige Margarethe Sievers von ihrem Vater, einem Steinhauer aus der Süderstadt Verdens, beim Domkapitel als Hexe angezeigt.

Unter Folter gesteht sie, mit dem Teufel im Bunde zu stehen. 

Sie “besagt“ dabei weitere Frauen. 

Das Domkapitel engagiert daraufhin den Inquisitor Jan van Mödder, der als freischaffender Hexenjäger durch die Lande zieht. Seit geraumer Zeit schon folgt ihm Friedrich Spee, ein humanistischer Geistlicher, der sich leidenschaftlich gegen die Hexenverfolgung ausspricht und versucht, überall dort, wo der bösartige van Mödder zu wüten beginnt, die Frauen zu verteidigen.

Mit Mödder und Spee stehen sich Irrationalität und Vernunft unversöhnlich gegenüber.

Unter van Mödders Folter sterben drei der von Margarethe besagten Frauen. 

Der Inquisitor behauptet, der Teufel habe sich im Gefängnis eingenistet und die Frauen „geholt“. Daraufhin beschließt das überforderte Domkapitel, Margarethe vorübergehend aus der Haft zu entlassen und im Hause des Vaters an die Fußfessel legen zu lassen.

Inzwischen hat das heranwachsende Mädchen an Popularität gewonnen. Gegen Geld und Naturalien empfängt Margarethe nun Kranke, um diese mit Hexenkraft zu heilen. Ihr Vater, der seine Tochter noch vor kurzem denunziert hatte, hält sie an, diese lukrative Tätigkeit auszubauen.

Aus Celle, wohin die Verdener Richter den Fall Margarethes delegiert hatten, wird alsbald das Urteil überbracht. Das Mädchen sei hinzurichten, ihrer Jugend wegen solle sie jedoch nicht verbrannt sondern „nur“ enthauptet werden. Angespornt durch ihren Vater, bezichtigt Margarethe daraufhin die adlige Anna Frese, Witwe eines adligen Domherren.

Diese hatte zuvor den Vater in einer geschäftlichen Angelegenheit zurückgewiesen, was dieser ihr heimzuzahlen sucht.

Der Fall Anna Freses wird zum Politikum, denn ihre Familie ist einflussreich. Sie erwirkt mit Hilfe Friedrich Spees, dass das Domkapitel vom Bischof gezwungen wird, belastbare Beweise vorzulegen. Seine willkürliche irrationale Vorgehensweise wird in einer Denkschrift des Bischofs geächtet. Dieses rettet Anna Freses Leben. Allerdings schafft es Spee nicht, Margarethe Sievers zu retten. Die Tochter eines kleinen Handwerkers wird wie bestellt auf dem Domplatz hingerichtet.

Die sorgfältig recherchierten historischen Gegebenheiten werden in der Inszenierung durch einige fiktive Handlungsstränge ergänzt: Jan van Mödder. Mödder, der im Kölner Raum und in Süddeutschland sein Unwesen treibt und der Humanist Friedrich Spee sind sich Zeit ihres Lebens nicht begegnet.


Gesamtspielzeit ca. 2:15 ohne Pause

Buch & Regie / Leitung: Hans König


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